Sicherheitstipps
  1. Halten Sie das Betriebsystems und der darauf installierten Software immer aktuell. Installieren Sie alle Updates und Patches des Herstellers. Am sinnvollsten ist es die Auto-Update-Funktion des Betriebsystems einzurichten, so werden wichtige Sicherheitsupdates im Hintergrund eingespielt. Was für Desktop-PC’s und Notebooks gilt sollte auch für Handhelds wie Smartphones und Tablets gelten. Aktualisieren Sie auch hier die installierte Software (Apps) und das Betriebsystem (iOS, Android, Windows-Mobile) regelmäßig. Achten Sie darauf das auch Ihre Peripherie-Geräte wie DSL-Router, Repeater, IP-Kameras, Smarthome, etc. aktuelle Firmware des Herstellers erhalten.
  2. Vergeben Sie kryptische und lange Passwörter und benutzen Sie nicht ein Passwort für verschiedene Dienste. Verwenden Sie einen Passwortmanager. Dieser speichert alle Ihre Login-Daten in einer verschlüsselten Datenbankdatei und generiert Ihnen nach Bedarf Passwörter mit ausreichendem Schutz und Länge. Vermeiden Sie das Speichern solcher Passwort-Datenbanken auf externe Cloud-Lösungen. Speichern Sie diese lokal oder besser noch, für den Fall eines Systemausfalles, auf einem externen Speichermedium.
  3. Installieren Sie nur die Software die zum produktiven Arbeiten wirklich nötig ist. Viele kostenlose Programme installieren ungefragt zusätzliche Software wie Browser-Plugins oder andere angeblich „nützliche“ kleine Helferlein, die nur nervig sind und Ihr System verseuchen. Im harmlosesten Fall wird bei solchen Installationen die Startseite Ihres Browsers geändert. Manche Adware schreibt sich so hartnäckig tief in das System das es neu Aufgesetzt werden muss. Test- oder Demo-Software installieren Sie am besten auf einem von Netz abgetrennten Zweitrechner oder in einer Virtuellen Maschine.
  4. Halten Sie Ihr System sauber indem Sie nicht mehr benötigte Software über die Systemsteuerung oder mit einer vom Hersteller mitgelieferten Deinstallationsroutine entfernen. Zuviel Software bremst Ihr System aus. Einige Programme schreiben sich in die Auto-Start-Funktion ein und werden bei jedem Hochfahren des Betriebsystems mit gestartet. Das verlangsamt vor allem bei älteren PC und Mac das Hochfahren. Aktuelle Rechner mit leistungsfähigen Prozessoren und genügend Arbeitsspeicher können dies bis zu einem gewissen Grad kompensieren.
  5. Machen Sie von Ihren Daten regelmäßige Backups, allerdings nicht auf der internen Systemplatte, sondern lagern Sie das Backup auf externe Speicherlösungen aus. Im Falle eines nicht mehr reparablen Virusbefalls oder eines Crashs der internen Festplatte sind Ihre sensiblen Daten zusätzlich gesichert. Entfernen Sie bei Nichtgebrauch die externen Festplatten, Sticks oder Cloudspeicher physikalisch von Ihrem Rechner. Einige Trojaner verschlüsseln zusätzlich die angeschlossenen externen Festplatten bis hin zu eingebundenen Cloudspeicher wie DropBox oder GoogleDrive – Somit wären dann auch die Backups verseucht. Auch sinnvoll ist es seine wichtigen Backups bei einer vertrauenswürdigen Person zu lagern, für den Fall eines Diebstahls oder Feuers.
  6. Sollten Sie noch das alte Betriebsystem Windows XP oder Vista benutzen überlegen Sie ob ein Update auf eine neuere Version sinnvoll wäre. Microsoft stellt keine Updates mehr für diese Versionen zur Verfügung. Benutzen Sie zum Surfen im Web auch nicht den Internet-Explorer von Microsoft, es gibt bessere und sicherere Alternativen wie Firefox, Chrome oder Safari. Vielleicht probieren Sie auch mal eines der kostenlosen Linux-Distributionen aus, diese sind Open Source, in vielen Sprachen verfügbar und durch eine Windows ähnliche grafische Benutzeroberfläche mit reichlich vor-installierter Software intuitiv zu bedienen. Oder Sie wechseln zu macOS, ein System mit Unix-Kern welches nicht so anfällig für Schadsoftware ist wie ein Windows-PC.
  7. Auch ein gern benutztes Einfallstor für alle Arten von Malware ist der Flashplayer von Adobe (ehemals Macromedia). Deaktivieren Sie in Ihren Browser-Einstellungen das Flash-Plugin oder noch besser – installieren Sie es erst gar nicht. Immer mehr Webseitenbetreiber wenden sich von dieser unsicheren und veralteten Technik ab und setzten auf das moderne, sichere und zukunftsträchtige HTML5. Flash belastet zudem Ihren Prozessor und verlangsamt das Laden von Webseiten. Gönnen Sie Ihrem Browser lieber einen AdBlocker um Werbung und Tracking zu blockieren, Webseiten werden schneller geladen und Ihr Traffic wird verringert.
  8. Achten Sie beim Online-Banking bzw. Online-Shopping und allen Webseiten wo persönliche Angaben wie Kredit- und/oder Bankdaten abgefragt werden darauf das in der Adresszeile des Browsers eine SSL/TLS verschlüsselte Seite aufgerufen wird, zu erkennen an dem „HTTPS“ vor der Webadresse. Die Kommunikation zwischen Ihrem Rechner und dem angewählten Server findet dann verschlüsselt statt und kann nicht, wie bei einer unverschlüsselten Verbindung,  in Klartext mitgelesen werden. Beim Besuch einiger Webseiten kommt es zu einem Zertifikatsfehler, im Zweifelsfall solche Webseiten meiden und keinesfalls persönliche Daten dort eingeben.
  9. Laden Sie Software nur von der Webseite des Herstellers. Geben Sie die Webadresse direkt in das Adressfeld des Browsers ein und nicht über die Google Suchergebnisse. Wenn diese nicht bekannt ist recherchieren Sie danach. Hilfreich ist die Webseite von Wikipedia, dort finden Sie viele Softwarehersteller und die dazugehörige richtige Webadresse. Viele Suchergebnisse führen nicht zur regulären Webseite der Hersteller, sondern zu unseriösen Mogelseiten auf denen dann Abofallen und schlimmeres auf Sie wartet. Diese Seiten sind zwar oft im Ranking von Google ganz oben, allerdings sollte man sich davon nicht beeindrucken lassen. Oft sind diese Mogelseiten professionell nachgebaut und kaum von der echten Webseite zu unterscheiden. Achten Sie daher auch auf den Domainnamen im Adressfeld des Browsers, oft sind diese Namen nur Ableitungen des echten Namens.
  10. Sollte Ihr Rechner trotz aller Vorsicht einen Befall von Schadsoftware aufweisen oder Sie den Verdacht haben, benutzen Sie ihn nicht mehr oder nur eingeschränkt weiter. Verzichten Sie auf Online-Banking und Online-Shopping, geben Sie keine personenbezogenen Daten mehr irgendwo ein und machen Sie einen Viren-Scan. Sollte Ihr System mit Ransomware (Erpresser-Virus) befallen sein, gehen Sie nicht auf die Forderungen ein, Überweisen Sie auf keinen Fall, damit finanzieren Sie nur die nächste Angriffswelle. Versuchen Sie mit einem Zweitrechner eine sog. Rescue-CD zu erstellen und Booten von dieser zum bereinigen das Systems. So eine Rescue-CD wir von vielen Anti-Viren-Software Herstellern als Download angeboten. Präventiv hat man solch eine CD in der Schublade. Die beste Lösung in so einem Fall ist es das System komplett zu formatieren und neu aufzusetzen, anschließend seine Daten von einem Backup wiederherstellen.
  11. Kein Provider wird Sie jemals nach Ihrem Login fragen. Auch ungefragte Anrufe von „vermeintlichen“ IT Mitarbeitern, die Ihnen Support anbieten, oder Bankangestellte die Ihre Pin haben wollen, sollten Sie getrost ignorieren und auflegen. Unbekannte E-Mails wo nach einem Login verlangt wird sollten Sie löschen. Klicken Sie in einer E-Mail die Sie ungefragt erhalten haben oder dessen Absender Ihnen unbekannt ist niemals auf einen Link, diese führen meist zu nachgebauten Phishing-Seiten die Ihnen vorgaukeln die echte Webseite zu sein. Geben Sie besser die bekannte reguläre Webadresse in das Adressfeld des Browsers ein um sich dort einzuloggen. Auch E-Mails mit dem Betreff „Polizei“ oder „Staatsanwaltschaft“, ist meist reiner Nepp. Wirklich wichtige Dinge im Leben werden postalisch zugestellt. Öffnen Sie nur Anhänge in E-Mails von Absendern die Sie genau kennen, selbst dort kann sich Schadsoftware verstecken weil der Absender diese „versehentlich“ verbreitet. Oft tarnen sich harmlose Dateianhänge in E-Mails als Schadsoftware die beim anklicken ausgeführt wird und Code im Hintergrund installiert. Stellen Sie Ihr System so ein das Dateiendungen (Suffixe) immer angezeigt werden um ausführbare Dateien wie exe, bat, cmd oder app in Mail-Anhängen zu erkennen sind.
  12. Eignen Sie sich ein gewisses Grundwissen über die Materie Internet und IT an, das ist der beste Schutz. Seien Sie kritisch und klicken nicht jeden blinkenden Button der Ihnen vor die Nase kommt an. Öffnen Sie nicht jeden Anhang einer unbekannten E-Mail aus Neugierde. Umsonst gibt es nichts, auch nicht im Internet. Jede noch so reizvolle kostenlose Testversion ist vielleicht ein getarnter Trojaner der Ihre Tastatureingaben ausliest und an nette Freunde in China sendet. Die Gefahr ist nicht nur das was von Aussen reinkommt, sondern auch das was von Ihrem PC an Informationen rausgeht!